Portfoliomanagement im Gebäudebestand
Stadtgemeinde Schwechat – Rathausquartier 2040
Steckbrief der Stadt
Portfolioanalyse im Rahmen des Sondierungsprojektes „Smart and Green: Pilotkonzept für das Rathausquartier Schwechat 2040“ (Kurztitel „Rathausquartier 2040“), im Rahmen des FTI-Schwerpunkts „Klimaneutrale Stadt“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und des Klima- und Energiefonds (KLIEN) gefördert. Die Abwicklung erfolgt über die FFG gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS). Laufzeit 2 Jahre
Projektträgerschaft: AIT Austrian Institute of Technology GmbH. Weitere Projektpartner sind die Stadtgemeinde Schwechat selbst, die Technische Universität Wien und die Woschitz Engineering ZT GmbH.
Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage
„Rathausquartier 2040“ als Teil des Klimaneutralitätsfahrplans der Stadtgemeinde Schwechat
Sondierungsphase ohne bauliche Maßnahmen: Ziel ist der Aufbau fundierter Entscheidungsgrundlagen für ein klimafittes Rathausquartier, sowie einen klimafitten Gebäudebestand
Regulatorischer Rahmen aus EU-Klimazielen, EU-Taxonomie sowie niederösterreichischen und österreichischen Klimastrategien
Ausgangsbasis sind bereits gesetzte Schritte der Gemeinde, u. a. Photovoltaikanlagen und Sanierungen an gemeindeeigenen Gebäuden
Ziele der Portfolioanalyse
Identifikation von Gebäuden und Gebäudeclustern mit besonderer Eignung für kommende Sanierungstätigkeiten
Einbindung geeigneter Gebäude in ein nachhaltiges Anergienetz zur kostengünstigen Wärme- und Kältebereitstellung
Umfassende Modellierung lokaler Voraussetzungen zur Nutzung von (Ab-)Wärmequellen und Energieerzeugungspotenzialen
Aufbau einer datenbasierten Entscheidungsgrundlage für die klimaneutrale Entwicklung der gemeindeeigenen Liegenschaften
Ausgangslage des Bestands
Rund 120 Gebäude im Untersuchungsgebiet: Bildungs-, Büro-, Gesundheits- und weitere Dienstleistungsgebäude sowie Wohngebäude (Gemeindebauten)
Unterschiedlichste Baujahre und Sanierungszustände, räumlich über das gesamte Gemeindegebiet verteilt
Schwechat als eine der am stärksten wachsenden Gemeinden im Wiener Umland – Infrastruktur- und Bestandsentwicklung müssen mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten
Herangehensweise und Methodik
Datengrundlage: Energieabrechnungen aus dem bestehenden Monitoringsystem, Energieausweise, Auszüge aus dem allgemeinen Gebäude- und Wohnungsregister, digitales Landschaftsmodell des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen, lokales Baumkataster sowie Archetypen zur technischen Beschreibung von Gebäuden außerhalb des Gemeindeeigentums.
Werkzeug: Teilautomatisiert erstelltes 3D-Simulationsmodell aller gemeindeeigenen Gebäude zur umfassenden Bewertung der Performance und des zukünftigen Energiebedarfs und Versorgungsoptionen des Gebäudebestands.
Priorisierung: Abgleich von erwartbarem und tatsächlichem Energieverbrauch zur Identifikation von Gebäuden für Effizienzmaßnahmen; Aufbauend auf räumlichen Analysen zum lokalen Energieversorgungspotential (Solare Nutzung, oberflächennahe Geothermie) Identifikation von Eignungsgebieten für ein Anergienetz; Einbindung von Abwärmen aus bestehenden oder künftig notwendigen Kühlsystemen sowie Maßnahmen gegen den urbanen Hitzeinsel-Effekt (z.B. Asphaltkollektoren) zur Hebung von Synergieeffekten.
Maßnahmenplanung: Berechnung kostenoptimierter Transformationspfade auf Basis des räumlichen Datenmodells, interner strategischer Ziele sowie unterschiedlicher Zukunftsszenarien für Energieträger- und Technologiekosten.

Bisherige Ergebnisse und Erfolge
Zusammenführung der Datenquellen zur technischen Beschreibung des Gebäudeportfolios und der Monitoring Daten in ein einheitliches Modell
Räumliche Visualisierung zentraler KPIs: m²-spezifische Betriebskosten, Abweichungen zu Simulationsergebnissen und Energieausweisen, gebäudespezifische Energieerzeugungspotenziale, sowie Wärme- und Kältebedarfsdichten der räumlichen Gebäudecluster unter heutigen und zukünftig erwartbaren klimatischen Bedingungen
Kalibriertes 3D-Simulationsmodell für jedes Gebäude als belastbare Grundlage für die weitere Sanierungs- und Anergienetzplanung
Lessons Learned und Empfehlungen
Eine vollständig automatisierte Modellerstellung ist mit den derzeit verfügbaren Datenquellen noch nicht möglich – manuelle Qualitätssicherung bleibt notwendig
Kontinuierliches Energiemonitoring erhöht die Modellgenauigkeit und ermöglicht Abweichungen der Gebäudeperformance rasch zu erkennen
Die technisch-ökonomische Bewertung einzelner Gebäude umliegender Gebäudecluster ist zentrale Entscheidungsgrundlage für die Ausweisung von Eignungsgebieten für ein Anergienetz