Portfoliomanagement im Gebäudebestand

Serielle Sanierung

Steckbrief der Organisation

Portfolioanalyse im Rahmen des Forschungsprojektes SeRenoWood. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Untersucht wurden repräsentative Gebäudeportfolien steirischer Wohnbauträger der GWS, ÖWG, ENW sowie Rottenmanner.

Portfolioanalyse durch e7 energy innovation & engineering

Rechtliche und wirtschaftliche Ausgangslage

Klimaschutzzielpfad Österreich und europäische Anforderungen wie Green Deal, Green-Finance, EU-Taxonomie, CSRD/ESRS

Herausforderungen aus WEG, WGG, MRG

Bestehende Systeme sowie Portfoliomanagement- Tools haben ihren Schwerpunkt auf sowohl kaufmännischen und energetischen Parametern, geometrische Parameter werden hierbei zumeist vernachlässigt, welche für die serielle Sanierung von großer Bedeutung sind

Fehlende Erfahrungswerte zur präziseren Abschätzung wirtschaftlicher Parameter im Bezug zur seriellen Sanierung

Ziele der Portfolioanalyse

Das zentrale Ziel ist die Identifikation und Analyse repräsentativer Sanierungsportfolios, um das Potenzial für die serielle Sanierung mit vorgefertigten Holzmodulen systematisch zu evaluieren

Erarbeitung eines ersten Überblickes über potenzielle serielle Sanierungsmöglichkeiten der jeweiligen Gebäudebestände

Portfoliosanierungen wirtschaftlich leistbarer zu machen durch die Evaluierung serieller Sanierung

Ausgangslage des Bestands

Überwiegend gleiche Nutzung (Wohnen)

Bestandsgebäude in der Steiermark

Ca. 60% der Gebäude sind 2-3 geschossiger Wohnbau

Detaillierte geometrische Parameter fehlen und eine manuelle Erhebung ist derzeit organisatorisch, zeitlich und somit wirtschaftlich schwer realisierbar

Der Gebäudebestand wurde vorab bestimmten Gebäude- Archetypen zugeordnet, welche die charakteristischen baulichen Eigenschaften und davon abhängigen normativen Anforderungen passend abbilden

Aus der Zuordnung zu bestimmten Archetypen ergeben sich besonders geeignete Gebäude, welche den Anforderungen an die serielle Sanierung, wie beispielsweise ein kompakter Baukörper, wenig bis keine Vorsprünge, Loggien oder Balkone, und mindestens 1000m² Fassadenflächen gerecht werden

Herangehensweise und Methodik

automatisierte GIS- gestützte Methodik zur Erfassung geometrischer Daten mit QGIS

Verknüpfung von Bestandsdaten mit frei verfügbaren Geodaten des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (LoD1)

Mehrstufiger Filter- und Clusterungsprozess für jedes Portfolio, um sowohl räumliche Zusammenhänge sowie geometrisch optimale Gebäudestrukturen hervorzuheben

Filterungsprozess basierend auf Vorfilterung durch minimale Nutzfläche der Liegenschaft, maximaler Distanz zwischen Gebäuden, Summe der Fassadenflächen innerhalb räumlicher Cluster

Zuordnung zu Archetypen

Ausgewählte Gebäudecluster-Analyse mit Google Street View

Bewertung mit dem im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelten SeRenoWood-Bewertungstool

Abbildung 2: Energiekosten und technische Ausgangslage der Pilotobjekte, Credit: Österreichische Post AG

Ergebnisse und Erfolge

Große Portfolien konnten durch die Analyse-Methode schrittweise auf wenige „hochpotentiellen“ Gebäude reduziert werden

Die Analyse kann die Flächenpotentiale in Bauklassen basierend auf den Baujahren einteilen und aufzeigen

Räumliche Clusterungen mit ähnlicher Baustruktur/- Alter können übersichtlich und automatisiert erhoben werden

Lessons Learned

Auf GIS- basierende Portfolioanalyse hat sich als objektives Instrument bewährt, um besonders in großen Portfolien die Potentiale für serielle Sanierung automatisiert darzustellen

Die Qualität der Ergebnisse steht in direkter Abhängigkeit zur primären Datenpflege, daher sollten Portfoliodaten möglichst vollständig und aktuell sein

Ungenauigkeiten in LoD1- Gebäudemodellen begrenzen die Detailtiefe. Daher sollten die potenziellen Gebäude am Ende der Analyse in jedem Fall einem weiteren visuellen Check (Begehung vor Ort oder Google Earth etc.) unterzogen werden.

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